Zahlen Q3 2025/26
- Freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von VINCI Energies am 16. Juli 2026 angekündigt
- Umsatz nach 9 Monaten 2025/26 mit 379,6 Mio. EUR (9M 24/25: 380,4 Mio. EUR) auf Vorjahresniveau; Cloud und Services Wachstum bei 4%; Software und Support Umsätze fallen um 8%; Anteil wiederkehrender Erlöse steigt auf 53% (9M 24/25: 52%)
- EBIT-Marge vor M&A-Effekten (non-IFRS) fällt im 9-Monatszeitraum 2025/26 auf minus 2,4% (9M 24/25: plus 4,6%); EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) mit minus 9,3 Mio. EUR (9M 24/25: plus 17,5 Mio. EUR) deutlich unter Vorjahreswert, insbesondere bedingt durch ein schwaches 3. Quartal 2025/26 und die Einmaleffekte aus dem »Precision«-Programm zur Steigerung der Wettbewerbsstärke
- Adjusted EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) liegt im 9-Monatszeitraum 2025/26 bei plus 10,9 Mio. EUR (Marge: 2,9%)
- Einmalaufwendungen für »Precision«-Programm belasten Ergebnis im 3. Quartal 2025/26 deutlich
- Angepasste Prognose 2025/26 bestätigt
Filderstadt, 4. August 2026 – Die All for One Group SE, führender internationaler IT-, Consulting- und Service-Provider mit Fokus auf Lösungen und Leistungen rund um SAP, erzielte im 9-Monatszeitraum 2025/26 auf Basis ungeprüfter Zahlen Umsatzerlöse in Höhe von 379,6 Mio. EUR (9M 24/25: 380,4 Mio. EUR). Trotz eines Umsatzbeitrags der seit März 2026 vollkonsolidierten »apsolut Group« von rund 14,2 Mio. EUR lagen die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau.
Die weiterhin schwache Konjunktur im deutschsprachigen Raum sowie die daraus resultierende Investitionszurückhaltung der Unternehmen führten zu Projektverschiebungen und einer geringeren Auslastung im Consulting. Aufgrund des um die »apsolut Group« erweiterten Konsolidierungskreises ergab sich dennoch ein Umsatzplus im Consulting von 2% bei gleichzeitig deutlich rückläufigen Software und Support Umsätzen (minus 8%). Die wiederkehrenden Erlöse lagen bei 201,0 Mio. EUR und machen 53% (52% im Vergleichszeitraum) vom Gesamtumsatz aus. Bei Cloud und Services Erlösen setzte sich der anhaltende Trend in Richtung Cloud mit plus 4% auf 115,6 Mio. EUR fort.
Beeinflusst durch eine zurückhaltende Nachfrage und geringere Erlöse aus Lizenzen und Provisionen lag das EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) – vor allem bedingt durch hohe Einmalaufwendungen im abgelaufenen 3. Quartal – im 9-Monatszeitraum 2025/26 mit minus 9,3 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahreswert (9M 24/25: plus 17,5 Mio. EUR). Das Ergebnis wurde maßgeblich durch einmalige Aufwendungen im Rahmen des am 7. Mai 2026 beschlossenen Programms »Precision« zur Steigerung der Wettbewerbsstärke belastet. Dies entspricht einer EBIT-Marge vor M&A-Effekten (non-IFRS) von minus 2,4% (plus 4,6% im Vergleichszeitraum). Bereinigt um die Einmalaufwendungen lag das EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) im 9-Monatszeitraum 2025/26 bei 10,9 Mio. EUR mit einer EBIT-Marge vor M&A-Effekten (non-IFRS) von plus 2,9%.
Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 sind bisher wesentliche Kosten mit Einmalcharakter angefallen. Vor diesem Hintergrund wird abweichend zum Vorjahr die Steuerungsgröße EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) für Zwecke der besseren Vergleichbarkeit ergänzend bereinigt.
Umsatz- und Ergebnisentwicklung nach Segmenten
Die interne Organisations- und Berichtsstruktur der All for One basiert seit dem Geschäftsjahr 2025/26 auf einer Matrixorganisation (»All for One Operating Model«), in der sowohl regionale als auch geschäftsbereichbezogene Verantwortlichkeiten verankert sind. Maßgeblich für die externe Berichterstattung sind dabei die geographischen Regionen, welche die operativen Segmente der Unternehmensgruppe bilden:
- Deutschland
- Übriges Europa (Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien, Frankreich, Spanien, Vereinigtes Königreich, Benelux)
- Übrige Welt (Türkei, Ägypten, GCC-Region, Indien)
Bis zum 30. September 2025 erfolgte die Organisation und das Management der All for One primär anhand der beiden Segmente »CORE« und »LOB«. Zwecks Herstellung einer Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreswerte angepasst.
Der Vorstand der All for One Group SE steuert die jeweiligen Segmente basierend auf den beiden folgenden Zielgrößen:
- Umsatzerlöse
- EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS), bereinigt um zentrale Konzernaufwendungen (»Segmentergebnis«)
Zur Beurteilung und besseren Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitverlauf verwendet das Management das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Dieses wird um akquisitionsbedingte Erträge und Aufwendungen (»EBIT vor M&A-Effekten« (non-IFRS)) sowie um zentrale Konzernaufwendungen bereinigt. Zu den akquisitionsbedingten Erträgen und Aufwendungen zählen insbesondere Abschreibungen und Wertminderungen auf im Rahmen von Unternehmenserwerben erworbene immaterielle Vermögenswerte. Als zentrale Konzernaufwendungen gelten vor allem Personalaufwendungen für zentrale Konzernfunktionen.
Im 9-Monatszeitraum 2025/26 erzielte das Segment »Deutschland« Umsatzerlöse in Höhe von 300,6 Mio. EUR (9M 24/25: 308,8 Mio. EUR) und bildet damit den größten Geschäftsbereich. Der Rückgang von minus 3% resultierte im Wesentlichen aus geringeren Lizenzverkäufen und Provisionserlösen sowie einer geringeren Auslastung. Das Segmentergebnis verringerte sich auf minus 3,6 Mio. EUR (9M 24/25: plus 20,5 Mio. EUR). Die Segmentergebnis-Marge erreichte minus 1,2% (9M 24/25: plus 6,6%). Im Segment »Übriges Europa« stiegen die Umsätze um 9% auf 96,7 Mio. EUR (9M 24/25: 88,4 Mio. EUR). Das Segmentergebnis reduzierte sich auf 3,4 Mio. EUR (9M 24/25: 5,1 Mio. EUR), was einer Segmentergebnis-Marge von 3,6% entspricht (9M 24/25: 5,8%). Das Segment »Übrige Welt« bleibt volumenbedingt klein, entwickelt sich aber kontinuierlich profitabel: Der Umsatz stieg hier durch die Konsolidierung der »apsolut Group« auf 12,9 Mio. EUR (9M 24/25: 8,7 Mio. EUR). Das Segmentergebnis stieg auf 1,2 Mio. EUR (9M 24/25: 0,6 Mio. EUR) mit einer Segmentergebnis-Marge von 9,5% (9M 24/25: 7,2%). Die Entwicklung in den einzelnen Segmenten wurde im Berichtszeitraum aufgrund des späten Erstkonsolidierungszeitpunkts der »apsolut Group« nur in begrenztem Umfang beeinflusst; deren Ergebnisbeitrag wurde infolge der Erstkonsolidierung im März 2026 lediglich zeitanteilig erfasst.
Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 30. Juni 2026 um 17% auf 385,6 Mio. EUR (30. Sep 2025: 330,7 Mio. EUR). Das Eigenkapital reduzierte sich aufgrund der Dividendenausschüttung, des Rückkaufs eigener Aktien sowie durch das negative Ergebnis im Berichtszeitraum um 23% auf 84,6 Mio. EUR (30. Sep 2025: 109,6 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote sank auf 22% (30. Sep 2025: 33%) und die Nettoverschuldung erhöhte sich zum Stichtag auf 104,6 Mio. EUR (30. Sep 2025: 43,0 Mio. EUR). Die Entwicklung der Eigenkapitalquote und Nettoverschuldung ist auf die strategische Finanzierung des Kaufs der »apsolut Group« zurückzuführen, wobei durch den Einsatz von Schuldscheindarlehen die Liquidität nachhaltig gesichert wurde. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug im Berichtszeitraum plus 2,8 Mio. EUR und lag damit unter dem Vorjahreswert (9M 24/25: plus 11,6 Mio. EUR). Diese Entwicklung resultierte im Wesentlichen aus einem gesunkenen Periodenergebnis sowie einer zusätzlichen Mittelbindung im Working Capital. Der Finanzmittelfonds zum 30. Juni 2026 betrug 61,8 Mio. EUR (30. Jun 2025: 46,3 Mio. EUR), maßgeblich beeinflusst durch die Aufnahme neuer Schuldscheindarlehen im Oktober 2025 sowie den Erwerb der »apsolut Group«. Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern lag zum 30. Juni 2026 bei 3.089 (30. Jun 2025: 2.674).
Strategische Ausrichtung bestätigt – Wachstumschancen trotz verhaltener Nachfrage
All for One setzt den Umbau zu einem international ausgerichteten SAP-Service- und Beratungshaus konsequent fort. Das neue Operating Model, die »Land-and-Expand«-Strategie sowie der Ausbau des Produktgeschäfts unter der Marke blue-zone schaffen die Grundlage für skalierbares Wachstum. Unterstützt wird die Strategie durch die weitere Internationalisierung, den Ausbau der X-Shore-Standorte und gezielte Akquisitionen.
Der Branchenverband Bitkom erwartet weiteres Wachstum der deutschen IT-Branche, insbesondere bei Software, Cloud und Künstlicher Intelligenz. Das derzeit unsichere wirtschaftliche Umfeld führt jedoch bei vielen Kunden zu verschobenen oder zeitlich gestreckten IT-Investitionen. Ungeachtet dessen bleibt der Bedarf an Digitalisierung, Transformation und integrierten SAP-Cloud-Lösungen hoch.
Umsetzung der M&A-Strategie
All for One hat im März 2026 sämtliche Anteile an der »apsolut Group« erworben. Mit dem auf SAP Procurement spezialisierten Unternehmen erweitert All for One ihr Leistungsangebot, gewinnt mehr als 400 Kunden und mehrere hundert spezialisierte Berater hinzu und stärkt ihre internationale Präsenz in Europa und Indien. Die zügige Integration soll Synergien und Skaleneffekte ermöglichen, ist jedoch mit einmaligen Aufwendungen verbunden.
Bereits im Februar 2026 erwarb All for One eine Beteiligung von 25,1% am österreichischen Cybersecurity-Spezialisten BrightFlare und stärkt damit ihre Position im wachstumsstarken Cybersecurity-Markt.
Wesentliche Ereignisse nach dem Ende der Berichtsperiode (30. Juni 2026)
Freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot von VINCI Energies
All for One hat am 16. Juli 2026 mit VINCI Energies Deutschland Enterprise Solutions AcquiCo SE eine Zusammenschlussvereinbarung im Zusammenhang mit einem angekündigten freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot geschlossen. Der Angebotspreis beträgt EUR 67,50 je Aktie und entspricht einer Prämie von 95,5% auf den Schlusskurs vom 15. Juli 2026 sowie von 104,9% auf den volumengewichteten Dreimonatsdurchschnittskurs.
Der geplante Zusammenschluss mit VINCI Energies und deren IKT-Marke Axians soll die Internationalisierung von All for One beschleunigen und den Zugang zu einer breiten europäischen Kundenbasis erweitern. Die komplementären Kompetenzen in SAP-, Cloud-, AI-, Infrastruktur- und Cybersecurity-Lösungen sollen ein umfassendes Angebot für End-to-End-Transformationen schaffen. Die Vereinbarung sieht unter anderem die Wahrung der Eigenständigkeit von All for One, den Fortbestand des Hauptsitzes in Filderstadt und den Ausschluss eines Beherrschungs- und/oder Gewinnabführungsvertrags bis zum 1. Januar 2029 vor. Vorstand und Aufsichtsrat begrüßen und unterstützen das Angebot; eine abschließende Empfehlung steht unter dem Vorbehalt der Prüfung der Angebotsunterlage.
Das Angebot steht unter üblichen Vollzugsbedingungen, insbesondere den erforderlichen fusionskontrollrechtlichen Freigaben und einer Mindestannahmeschwelle von 75%. Der Vollzug wird vorbehaltlich aller Bedingungen im 4. Quartal 2025/26 erwartet. Anschließend soll in Abstimmung mit dem Vorstand ein mögliches Delisting der All-for-One-Aktien aus dem regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse geprüft und gegebenenfalls veranlasst werden.
Ausblick
Der Vorstand der All for One Group SE bestätigt die am 7. Mai 2026 angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26. Ursächlich für die Anpassung sind die weiter anhaltend hohen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere durch die Krise im Iran und GCC-Raum, sowie die strukturellen Veränderungen im IT-Umfeld.
Die KI-zentrierte Cloud-Strategie von SAP beschleunigt die Verlagerung hin zu Cloud-Transformationen und KI-gestützten Geschäftsprozessen und eröffnet All for One entlang des »Build-Deploy-Run-Ansatzes« attraktive Wachstumspotenziale durch skalierbare, wiederkehrende Service- und Plattformmodelle (u.a. KI-Beratung, S/4HANA- und Cloud-Migration, Managed Services, KI-Governance und Cybersecurity) sowie zusätzliche Effizienzgewinne durch den internen KI-Einsatz. Gleichzeitig eröffnet die Neupositionierung der SAP, KI in ECC- und On-Premise-Umgebungen einzubinden, die Chance, eine breitere Kundenbasis – insbesondere im Mittelstand und bei größeren Bestandskunden – mit KI-Services zu adressieren.
Vor dem Hintergrund der sich weiter beschleunigenden Transformation hin zu Cloud- und KI-basierten Geschäftsmodellen und der damit verbundenen angepassten Positionierung der SAP hat die All for One das Programm »Precision« zur nachhaltigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit initiiert. Im Fokus stehen die konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, die Optimierung der Kosten- und Organisationsstrukturen sowie die Beschleunigung der Integration der »apsolut Group«. Nach der im Wesentlichen abgeschlossenen Umsetzung des Programms erwartet der Vorstand ab dem 4. Quartal 2025/26 einen Beitrag zur Verbesserung von Profitabilität und Effizienz. Zusätzlich erfolgt der Ausbau eines skalierbaren Delivery-Setups mit stärkerem Near- und Offshore-Einsatz, der Umbau zu einer globalen Sales-Organisation sowie verstärkte Investitionen in KI-Ressourcen und -Entwicklung. Die im Geschäftsjahr 2025/26 angefallenen Einmalaufwendungen zur Umsetzung des Programms liegen im erwarteten Rahmen von bis zu 20 Mio. EUR.
Der Vorstand geht unter Einbezug der im März 2026 erworbenen »apsolut Group« von einem Konzernumsatz für das Geschäftsjahr 2025/26 in Höhe von 500 bis 530 Mio. EUR aus (zuvor ohne die Einbeziehung der »apsolut Group«: 500 bis 530 Mio. EUR). Im Hinblick auf das EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) wird unter Berücksichtigung der obigen Einmalaufwendungen für das Geschäftsjahr 2025/26 und ebenfalls erstmals unter Einbeziehung der »apsolut Group« ein EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) von 0 EUR mit einer Schwankungsbreite von +/- 5 Mio. EUR (zuvor: 27,5 bis 34,5 Mio. EUR) erwartet.
Durch das Programm »Precision« soll das jährliche Kostenniveau der All for One – ohne negative Auswirkung auf die Leistungsstärke und -größe – bereits ab Herbst 2026 um jährlich ungefähr 20 Mio. EUR reduziert werden. Bei gleichbleibenden Marktbedingungen soll hiermit ein deutlicher Anstieg der operativen Margen in den kommenden Geschäftsjahren gewährleistet werden.