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Zahlen Q1 2025/26

Geopolitische Unsicherheiten und Wirt­schaftslage bleiben herausfordernd // Verhaltener Start ins neue Geschäftsjahr // Akquisition der »apsolut Group« wird Internationalisierung und Position im SAP Procurement Bereich stärken

  • Umsatz mit 125,8 Mio. EUR (Q1 24/25: 134,2 Mio. EUR) um 6% unter Vorjahr; Cloud Services Wachstum bei 3%; Software und Support Umsätze fallen deut­lich um 13%
  • Anteil wiederkehrender Erlöse steigt auf 53% (Q1 24/25: 50%)
  • EBIT-Marge vor M&A-Effekten (non-IFRS) fällt auf 5,3% (Q1 24/25: 8,2%)
  • EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS): 6,6 Mio. EUR (Q1 24/25: 11,0 Mio. EUR) deutlich unter starkem Vorjahreswert
  • Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit mit minus 1,1 Mio. EUR deutlich über Vor­jahreswert (Q1 24/25: minus 7,3 Mio. EUR)
  • All for One unterzeichnet Vereinbarung zu Akquisition des internationalen SAP Procurement Spezialisten »apsolut Group«
  • Segmentberichterstattung an Operating Model angepasst
  • Prognose 2025/26 bestätigt

Filderstadt, 4. Februar 2026 – Die All for One Group SE, führender internationaler IT-, Consulting- und Ser­vice-Provider mit Fokus auf Lösungen und Leistungen rund um SAP, erzielte im 3-Monatszeitraum 2025/26 auf Basis ungeprüfter Zahlen Umsatzerlöse in Höhe von 125,8 Mio. EUR (Q1 24/25: 134,2 Mio. EUR) und lagen damit 6% unter dem Vorjahreswert. Die weiterhin schwache Konjunktur im deutschsprachigen Raum, insbesondere in der Industrie, sowie eine daraus resultierende Investitionszurückhaltung der Unternehmen führte dazu, dass die Kunden und Interessenten nicht im geplanten Maß Aufträge vergeben haben und sich dadurch Verschiebungen ergeben. Dies führte im 1. Quartal 2025/26 zu einer geringeren Auslastung im Consulting (minus 7%) und zu deutlich rückläufigen Software und Support Umsätzen (minus 13%). Die wie­derkehrenden Erlöse wurden leicht um 0,3% auf 67,1 Mio. EUR gesteigert und machen 53% (50% im Ver­gleichszeitraum) vom Gesamtumsatz aus. Bei den Cloud Services Erlösen setzte sich der anhaltende Trend in Richtung Cloud mit plus 3% auf 38,0 Mio. EUR fort. Beeinflusst durch die zurückhaltende Nachfrage und geringeren Erlösen aus Lizenzen und Provisionen lag das EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) im 3-Monats­zeitraum 2025/26 bei 6,6 Mio. EUR (Q1 24/25: 11,0 Mio. EUR); eine Reduzierung um 40%. Dies entspricht einer EBIT-Marge vor M&A-Effekten (non-IFRS) von 5,3% (8,2% im Vergleichszeitraum).

Umsatz- und Ergebnisentwicklung nach Segmenten

Die interne Organisations- und Berichtsstruktur der All for One basiert seit dem Geschäftsjahr 2025/26 auf einer Matrixorganisation (»All for One Operating Model«), in der sowohl regionale als auch geschäftsbe­reichbezogene Verantwortlichkeiten verankert sind. Maßgeblich für die externe Berichterstattung sind dabei die geographischen Regionen, welche die operativen Segmente der Unternehmensgruppe bilden:

  • Deutschland
  • Übriges Europa (Österreich, Schweiz, Polen, Benelux)
  • Übrige Welt (Türkei, Ägypten)

Bis zum 30. September 2025 erfolgte die Organisation und das Management der All for One primär anhand der beiden Segmente »CORE« und »LOB«. Zwecks Herstellung einer Vergleichbarkeit wurden die Vorjahres­werte angepasst. Der Vorstand der All for One Group SE steuert die jeweiligen Segmente basierend auf den beiden folgenden Zielgrößen:

  • Umsatzerlöse
  • EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS), bereinigt um zentrale Konzernaufwendungen (»Segmentergebnis«)

Zur Beurteilung und besseren Vergleichbarkeit der operativen Performance im Zeitverlauf verwendet das Management das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT). Dieses wird um akquisitionsbedingte Erträge und Aufwendungen (»EBIT vor M&A-Effekten« (non-IFRS)) sowie um zentrale Konzernaufwendungen bereinigt. Zu den akquisitionsbedingten Erträgen und Aufwendungen zählen insbesondere Abschreibungen und Wertminderungen auf im Rahmen von Unter­nehmenserwerben erworbene immaterielle Vermögenswerte. Als zentrale Konzernaufwendungen gelten vor allem Personalaufwendungen für zentrale Konzernfunktionen.

Im 1. Quartal 2025/26 erzielte das Segment »Deutschland« Umsatzerlöse in Höhe von 101,8 Mio. EUR (Q1 24/25: 108,7 Mio. EUR) und bildet damit den größten Geschäftsbereich. Der Rückgang von 6% re­sultierte im Wesentlichen aus einer geringeren Auslastung im Consulting. Das Segmentergebnis lag bei 8,1 Mio. EUR und spiegelt im Vergleich zum Vorjahr mit einem Rückgang um 2,8 Mio. EUR das herausfor­dernde Marktumfeld wider. Die Segmentergebnis-Marge erreichte 8,0% (Q1 24/25: 10,1%). Im Segment »Übriges Europa« gingen die Umsätze leicht auf 29,8 Mio. EUR zurück (Q1 24/25: 31,4 Mio. EUR). Das Seg­mentergebnis reduzierte sich auf 1,5 Mio. EUR (Q1 24/25: 3,3 Mio. EUR), was einer Segmentergebnis-Marge von 5,2% ent­spricht (Q1 24/25: 10,4%). Das Geschäft außerhalb Europas bleibt volumenbedingt klein, ent­wickelt sich aber kontinuierlich profitabel: Der Umsatz stieg leicht auf 3,0 Mio. EUR (Q1 24/25: 2,9 Mio. EUR), begleitet von einem Segmentergebniszuwachs auf 0,3 Mio. EUR (Q1 24/25: 0,2 Mio. EUR) und einer Segmentergebnis-Marge von 9,1% (Q1 24/25: 7,3%).

Zum 31. Dezember 2025 betrug die Bilanzsumme 367,1 Mio. EUR (30. Sep 2025: 330,7 Mio. EUR). Das Eigenkapital stieg im Berichtszeitraum um 2,0% auf 111,8 Mio. EUR (30. Sep 2025: 109,6 Mio. EUR). Trotz dieses Anstiegs reduzierte sich die Eigenkapitalquote aufgrund der Aufnahme neuer Schuldscheindarlehen auf 30% (30. Sep 2025: 33%). Die Nettoverschuldung lag zum Stichtag bei 48,4 Mio. EUR (30. Sep 2025: 43,0 Mio. EUR) und spiegelt eine weiterhin solide Liquiditäts- und Verschuldungsposition wider. Der Cash­flow aus betrieblicher Tätigkeit lag im Berichtszeitraum bei minus 1,1 Mio. EUR und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert (Q1 24/25: minus 7,3 Mio. EUR). Gleichzeitig wird die Entwicklung durch das niedrige Periodenergebnis gedämpft. Der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2025 betrug 107,1 Mio. EUR (31. Dez 2024: 48,6 Mio. EUR), maßgeblich beeinflusst durch die Aufnahme neuer Schuldscheindarlehen. Die Zahl der Mitarbeitenden im Konzern lag zum 31. Dezember 2025 bei 2.639 (31. Dez 2024: 2.777).

Strategische Ausrichtung bestätigt – Neues Operating Model unterstützt Internationalisierung und zukünftiges Wachstum

Trotz der aktuellen Nachfrageschwäche rechnet All for One bei einer Konjunkturbelebung in Mitteleuropa mit einer Rückkehr auf den Wachstumspfad. Grundlage dafür ist der konsequente Umbau des Geschäfts­modells zu einem global ausgerichteten Service- und Beratungshaus mit klarem SAP-Fokus für den Mittel­stand und gehobenen Mittelstand. Die »Land-and-Expand«-Strategie sowie das neue Operating Model mit einer skalierbaren Matrixorganisation ermöglichen End-to-End-Lösungen aus einer Hand. Ergänzend wird das margenstarke und planbare Produktgeschäft unter der Marke blue-zone weiter ausgebaut. Flankiert wird die Wachstumsstrategie durch eine verstärkte Internationalisierung, den Ausbau der X-Shore-Stand­orte und gezielte Akquisitionen zur Erschließung neuer Märkte und Stärkung des Leistungs- und Branchen­fokus.

Akquisition des internationalen SAP Procurement Spezialisten »apsolut Group«

Die All for One Group SE hat im Dezember 2025 eine Vereinbarung zur Übernahme des internationalen SAP Procurement Spezialisten apsolut GmbH, Bielefeld, und ausgewählter Tochterunternehmen (»apsolut Group«) unterzeichnet, um ihre Marktposition im SAP-Umfeld gezielt auszubauen. Mit der Akquisition stärkt All for One insbesondere das Geschäft im Bereich SAP Procurement und erweitert gleichzeitig seine inter­nationale Präsenz in mehreren europäischen Ländern sowie in Indien und den Vereinigten Arabischen Emi­raten. Die »apsolut Group« bringt umfangreiche Expertise im SAP Procurement, eine Kundenbasis mit über 400 Kunden überwiegend im gehobenen Mittelstand und mehrere hundert spezialisierte Berater ein. Der Abschluss der Transaktion wird für das 1. Quartal im Kalenderjahr 2026 erwartet und unterstützt die strate­gische Zielsetzung, Kunden künftig noch umfassendere SAP-Transformationen aus einer Hand anzubieten.

Markt für Digitalisierung und Transformation soll wachsen

Der Branchenverband Bitkom erwartet für 2026 ein anhaltendes Wachstum der IT-Branche in Deutschland, das vor allem von Software, Cloud und Künstlicher Intelligenz getragen wird. IT-Dienstleistungen legen mo­derat zu, wobei cloudbasierte Services bereits rund zwei Drittel der Umsätze ausmachen. Aktuell führt je­doch das unsichere gesamtwirtschaftliche Umfeld bei zahlreichen Kunden dazu, dass Investitionen in die IT-Landschaft mitunter aufgeschoben oder aber zeitlich gestreckt werden. Auch wenn die Notwendigkeit zur Digitalisierung und Transformation sowie der Einführung von integrierten SAP-Cloud-Lösungen zur Un­ternehmenssteuerung offensichtlich ist, zwingt die Unsicherheit über die geschäftliche Entwicklung, Zoll­erhöhungen und die eigene Auftragslage Unternehmen zur Anpassung ihrer Investitionsbudgets.

Ausblick bestätigt

An der Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 hält der Vorstand – ohne Berücksichtigung der bereits un­terzeichneten Vereinbarung zur Akquisition der »apsolut Group« – weiterhin fest. Auf Basis der aktuellen Kenntnisse erwartet der Vorstand unverändert Umsatzerlöse (IFRS) für das Geschäftsjahr 2025/26 in einer Spanne von 500 Mio. EUR bis 530 Mio. EUR. Das EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) soll sich in einer Band­breite von 27,5 Mio. EUR und 34,5 Mio. EUR bewegen mit einer entsprechenden EBIT-Marge vor M&A-Effekten (non-IFRS) zwischen 5,5% und 6,5%.

Vor dem Hintergrund der stagnierenden Kernmärkte und der globalen Unsicherheit ist ein konkreter Mittel­fristausblick weiterhin anspruchsvoll. Obwohl die Wirtschaftslage in den Kernmärkten der All for One aktuell herausfordernd ist, geht der Vorstand für das Geschäftsjahr 2026/27 von einem weiteren nachhaltigen Anstieg des EBIT vor M&A-Effekten (non-IFRS) aus. Zudem erwartet der Vorstand, dass sich der aktuell verzögerte Cloud‑Umstieg einzelner Kunden lediglich zeitlich verschiebt und sich im weiteren Verlauf mit zunehmender Dynamik realisieren wird, sodass dann wieder mit deutlich steigenden Umsatzerlösen zu rechnen ist.

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