Omnichannel: Im Handel müssen IT, E-Commerce und Local Store Hand in Hand gehen

AEANCE ist ein Fashionlabel, das mit einer innovativen Idee, schlüssigen Business-Strategie und viel Know-how vor einem halben Jahr in den Markt gestartet ist.

Die beiden Geschäftsführer Nadine-Isabelle Baier und Arendt van Deyk haben wir in ihrem Münchner Showroom besucht. Gemeinsam haben wir mit ihnen über die Herausforderungen als Fashion-Startup, die Cloud, den Online-Handel und über die Integration von Webshop und Warenwirtschaft gesprochen. Von Anfang an mit an Bord war SAP – ungewöhnlich für ein Startup, aber nicht ohne Grund, wie wir im Gespräch herausgefunden haben.

„Online zu starten ist absolut zeitgemäß. Ohne einen eigenen Vertriebskanal geht es nicht.“

Hallo Frau Baier, hallo Herr van Deyk. Vielen Dank, dass Sie uns heute hier in Ihrem Showroom empfangen und sich Zeit für das Gespräch nehmen.

Nadine-Isabelle Baier: Und wir freuen uns, dass Sie hier sind!

Wir sind sehr gerne gekommen! Um ehrlich zu sein: Wir sind nicht gerade täglich in Fashion Showrooms zu Gast. Umso spannender ist es auch für uns. Frau Baier, AEANCE ist ein neues Fashion-Startup. Uns interessiert, wie ist das Business AEANCE entstanden?

Nadine-Isabelle Baier: Die Idee für AEANCE kam uns vor rund 2,5 Jahren. Wir sind beide sportlich sehr aktiv. Und stellten dann irgendwann fest, dass es auf dem Markt einfach keine Sportbekleidung gibt, die zu unseren Ansprüchen passt: hoch-funktionale Mode aus den besten Materialien, dabei zeitlos und ästhetisch. Zum Beispiel die großen Sportmarken haben immer öfter Kooperationen mit Designern, mit dem Ziel Sport und Mode zu vereinen. Das Ergebnis ist dann oft kreativ und visuell interessant, meist nicht so zeitlos und nicht in der Qualität, die wir gesucht haben. Da dachten wir, wir machen sie selbst!

Und wie wurde aus der fixen Idee Ihr heutiges Business?

Nadine-Isabelle Baier: Nachdem wir die Idee ausgearbeitet hatten, haben wir nach den besten Partnern für die Textilien und die perfekte Produktionsstätte in Europa gesucht. Viel Energie floss in die Entwicklung der technischen Details und Materialkombinationen.

Arendt van Deyk: Viele Fashionlabels agieren bei der Auswahl der Textilien und der Produktionstechnik sehr preisgetrieben. Wir haben unser Modell von Anfang an darauf ausgerichtet, hier keinerlei Kompromisse zu machen und dem Anspruch an ein nachhaltig zeitloses Premiumprodukt gerecht zu werden.

Kompliment. Denn Sie haben den Sprung in die Selbstständigkeit dann auch tatsächlich gewagt. Nicht klein-klein, sondern gleich von Beginn an mit allem Drum und Dran. Und einem außergewöhnlichen Namen. AEANCE. Für was steht er?

Nadine-Isabelle Baier: Er vereint die drei Markencharakteristika: aesthetics (Ästhetik), ascetic (Askese/Reduktion auf das Wesentliche) und performance (Leistung). Daraus entstand AEANCE. Ganz einfach.

Wenn man weiß, wie man ihn spricht schon. „Aijäns“. Richtig?

Nadine-Isabelle Baier (schmunzelt): Genau richtig.

Sagen Sie mal, Frau Baier, was ist denn das Besondere an der AEANCE-Qualität? Nicht wenige Modehersteller behaupten ja von sich auf gute Qualität zu setzen.

Nadine-Isabelle Baier: Uns ist es wichtig dies nicht zu behaupten, sondern zu machen und zwar in der gesamten Produktions- und Distributionskette. Qualität ist für uns eine ganzheitliche Anforderung, die alle Schritte in der Entstehung und Distribution des Produktes umfasst. Angefangen bei der Qualität der verwendeten Textilien, über die innovativste Produktionstechnik bis hin zu Verpackung, Logistikprozessen und Kundenservice. Wir haben uns sehr viel Gedanken gemacht wie wir herausragende Textil- und Produktionsqualität erzielen. Gleichzeitig wollten wir so umweltfreundlich wie möglich und sozial korrekt agieren. Unsere Kleidung besteht aus feinster Merinowolle und hochwertigsten, synthetischen Fasern. Wir arbeiten mit sorgfältig ausgewählten, bluesign®-zertifizierten Textilfabriken zum Beispiel in Italien und der Schweiz zusammen. Die Merinowolle beziehen wir ausschließlich aus Neuseeland.

Verstehe. Bluesign® steht dabei für was?

Arendt van Deyk: Für mehr ökologische Nachhaltigkeit. bluesign® ist einer der weltweit strengsten Standards für Umwelt- und Verbraucherschutz für textile Produkte. Umwelt- und gesundheitsbelastende Stoffe werden von Anfang an aus dem Produktionsprozess ausgeschlossen.

Sie sagten, dass Ihnen die Herstellung sehr am Herzen liegt. Wo produzieren Sie denn?

Arendt van Deyk: Wir produzieren ausschließlich in Portugal. Dort haben wir einen weltweit führenden Partner gefunden, der unter anderem Experte für innovativste Verarbeitungstechniken ist. So wird unsere Kleidung z.B. weitestgehend „gebonded“, was insbesondere bei Merinowolle sehr anspruchsvoll ist.

Ge-was bitte?

Arendt van Deyk (lacht): Gebonded. Beim Bonding werden Textilien durch Klebung verbunden statt durch konventionelle Nähte. Dadurch entsteht fast nahtlose Kleidung – sehr vorteilhaft für den Tragekomfort zum Beispiel beim Sport oder auf Langstreckenflügen. Aber auch das Design wird durch das Bonding reduzierter und hochwertiger.

Verstehe. Da zwickt und zwackt nichts. Wen sprechen Sie – außer Langstreckenflieger – mit AEANCE an? Wer ist Zielgruppe von AEANCE-Fashion?

Nadine-Isabelle Baier: Durch den zeitlosen Look und das reduzierte Design mit Farben, die jeder Person schmeicheln, haben wir nicht die eine Zielgruppe. Unser Unternehmen spricht alle Altersklassen an, die modisch und qualitativ anspruchsvolleste und dabei funktionelle Bekleidung schätzen – im Sinne von „Quiet Luxury“. SIE oder ER kann in unseren Kleidungsstücken einen Marathon laufen oder sie in jeder Alltagssituation tragen.

Der typische AEANCE-Kunde ist also…

Nadine-Isabelle Baier: …Ich würde sagen, unsere Kunden sind anspruchsvoll, stilvoll und wissen, dass sie sich und der Umwelt etwas Gutes tun, wenn sie auf Nachhaltigkeit achten.

„Mit guten Partnern benötigt man keinen eigenen IT-Spezialisten.“

„Wir wollten von Anfang an ganz einfach das Beste produzieren. Schnelle, einfache, reibungslose und userfreundliche IT-Prozesse sind für uns genauso wichtig wie die hochwertigen Materialien, aus denen unsere Mode besteht.“

Hm. Ja, ich finde Ihre Beschreibung passt sehr gut zu der Mode, die ich hier auf dem Ständer sehe. Frau Baier, Sie sind zuerst online und nicht offline gestartet, was mittlerweile state-of-the-art in Ihrer Branche ist?

Nadine-Isabelle Baier: Ja, dieses Vorgehen ist absolut zeitgemäß. Ohne einen eigenen Vertriebskanal geht es nicht. Zudem war es uns wichtig, schon am Markt präsent zu sein, bevor wir in den stationären Handel einsteigen.

Arendt van Deyk: Wie Sie vorhin schon sagten: Wir sind mit Vollgas gestartet. Mit einem vollständigen Online-Shop mit Lieferung in 24 Länder und einem entsprechenden Lager. Wir haben uns gesagt, erst, wenn wir alles fertig haben und sozusagen voll funktionsfähig sind, dann gehen wir an den Markt.

Sie tummeln sich mit Ihrer Mode im Premium-Segment. In dieses Segment gehört auch SAP. Aber ehrlich gesagt – ist es denn für ein Start-Up nicht eher ungewöhnlich, direkt mit SAP zu starten?

Arendt van Deyk: Zum einen geht es – wie Sie richtig sagen – um ein Premium-Segment, das wir auch von Beginn an entsprechend bedienen wollten und mussten. In der Praxis heißt dies: schnelle, einfache, reibungslose und userfreundliche Prozesse. Wir hätten zu Beginn natürlich auch gut mit einem kleineren System starten können. Aber das sind nicht wir – wir wollen uns und die Marke AEANCE ja entwickeln!
SAP Business ByDesign ist ein modulares System, das eine hohe Prozessqualität liefert, skalierbar ist und mit dem Business mitwächst. Als Start-Up ist man klein und wir haben definitiv zu Beginn wesentlich mehr Energie in unsere Systeme und Software investiert als vielleicht notwendig gewesen wäre. Aber es hat sich gelohnt. Und belohnt wurden wir dann auch! Die Implementierung ging schneller als erwartet.

Ach ja, wie schnell waren Sie denn?

Arendt van Deyk: Von der Entscheidung, dass wir SAP einführen, bis wir fertig waren –rund 9 Monate.

„Wenn man heute einen Online-Shop gründet, ist Cloud für mich der einzig sinnvolle und zeitgemäße Weg. Cloud und SAP, das war für uns die Kombination, mit der wir starten und wachsen können.“


Sie haben sich mit SAP Business ByDesign für eine Cloud-Lösung entschieden. Hatten Sie Bedenken, z. B. wegen der Sicherheit?

Nadine-Isabelle Baier: Nein! Wenn man heute einen Online-Shop gründet, ist Cloud für mich der einzig sinnvolle und zeitgemäße Weg. Cloud und SAP, das war für uns die Kombination, mit der wir starten und wachsen können.

Arendt van Deyk: Zu Ihrer Frage nach der Sicherheit: Die Server stehen alle unter EU-Datenschutzrecht. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Daten dort sicher sind.

Was waren denn die größten Herausforderungen bei der Einführung von SAP ByDesign und der Anbindung des Webshops?

Arendt van Deyk: Eine große Herausforderung war das Endkundengeschäft, wo wir direkt B2C versenden. Und die Anbindung des Logistikdienstleisters war auch eine harte Nuss, weil wir hier nochmal ein weiteres System integrieren mussten. Und das für 24 Länder! Plus Zoll. Ich kann Ihnen sagen, die Abbildung in unseren Prozessen – insbesondere Non-EU – das war schon eine Challenge.

Nadine-Isabelle Baier: Hinzu kam, dass wir ein kleines Team sind. Wir haben über Monate eine Kollegin für das Projekt abgestellt. Und die hatte haufenweise Prozess-Know-how, aber eher wenig IT-Expertise. Aber es hat sich gezeigt, dass man mit guten Partnern auch gar keinen eigenen IT-Spezialisten benötigt. So werden wir das auch belassen können. Der Cloud-Lösung sei Dank.

Ich möchte nochmals kurz auf Ihren Webshop zu sprechen kommen. Was war hier für Sie entscheidend?

Arendt van Deyk: Wir haben uns viele Solutions angeschaut und uns dann für commercetools entschieden. Zum einen bietet commercetools sehr viele Freiheiten und Funktionen, um im Frontend die Marke AEANCE so darzustellen, wie wir das wollen. Das war der Hauptgrund. Ein zweiter Grund war die gute Interaktion mit SAP Business ByDesign.

Was machen Sie denn heute schon alles mit ByDesign?

Arendt van Deyk: Wir nutzen viele der Standardprozesse wie z.B. Vertrieb, Warenwirtschaft, Rechnungswesen, Stammdatenverwaltung. Zudem haben wir eine Schnittstelle zu unserem Logistikpartner.

Irgendwelche kurz- oder mittelfristigen Pläne zum Ausbau?

Arendt van Deyk: Absolut. Wir sind heute in 24 Ländern aktiv, aber noch nicht in China. Dort sind die Einfuhrrichtlinien und die Zollbedingungen komplexer als woanders. IT-seitig werden wir uns damit in den nächsten Monaten beschäftigen und die erforderlichen Prozesse umsetzen. Denn der Markt ist für uns sehr interessant. Zum anderen wollen wir weiter an unserem Servicelevel arbeiten. Die Herausforderung wird hier sein, lokale Logistiklösungen für wichtige Märkte anzubinden.

„AEANCE. Das ist Mode und Funktion. Und Cloud und SAP.“

Frau Baier, und mit was beschäftigt sich das Fashionlabel AEANCE aktuell?

Nadine-Isabelle Baier: Oh, mit sehr viel! Zum Beispiel mit einem ausgewählten, stationären Retail-Netzwerk, das wir jetzt international ausbauen. Wir haben zwar einen starken Online-Fokus, aber ohne den stationären Handel geht es unseres Erachtens keinesfalls. Wir haben ein hochwertiges Produkt und unsere Kunden möchten auch das emotionale Erlebnis, also in den Laden gehen und das Produkt spüren und erleben. In meinen Augen ist das Hybrid-Modell aus stationärem und online Handel das kundenorientierteste und erfolgversprechendste Modell.

Ja, das glaube ich auch – das eine tun und das andere nicht lassen. Also meinem persönlichen Kaufverhalten entspricht es auf jeden Fall. Wo steht AEANCE in einem Jahr?

Nadine-Isabelle Baier: In einem Jahr möchten wir an unserer dritten oder vierten Kollektion arbeiten. Und haben es hoffentlich auch geschafft, unseren Shop in China auszurollen.

Wir wünschen Ihnen beiden dafür viel Erfolg – es war ein sehr sympathisches und offenes Gespräch. Herzlichen Dank dafür.

Nadine-Isabelle Baier: Wir haben zu danken. Schön, dass Sie bei uns sind und sich für AEANCE interessieren!

Und wie. Vor allem für das pink-rote Jacket hier. Das gefällt mir ausgezeichnet. Ich werde Ihren Webshop und Ihre Prozesse persönlich testen…

Arendt van Deyk: Sehr gerne – wir freuen uns auf Ihr Feedback!

AEANCE auf einen Blick:

Das Label AEANCE vereint auf innovative Weise funktionale Sportswear und minimalistisch designte Luxusmode, die nicht nur qualitativ hochwertig, langlebig und Made-in-Europe ist, sondern vor allem auch nachhaltig produziert wird.

  • Gründung: 2014
  • 5 Mitarbeiter
  • Hauptsitz in Stuttgart, Showroom in München
  • Unterstützt durch Kapitalgeber / Investoren
  • Kollektion in 24 Ländern online und offline in ausgewählten Department/Multibrand-Stores erhältlich

SAP Business ByDesign auf einen Blick:

SAP Business ByDesign kombiniert die Stärken einer vollumfänglichen ERP-Lösung mit den Vorzügen einer modernen Unternehmenssoftware: Cloudbasiert, volle Kostentransparenz durch monatlichen Mietpreis, schnelle Einführung, keine Anfangsinvestition, mobile Nutzung jederzeit von überall, einheitliche Datenbasis für alle Mitarbeiter. Und eine Software für das gesamte Unternehmen.

  • Eine Software für das gesamte Unternehmen: voll integriert und international ausgerichtet
  • Warenwirtschaft, E-Commerce, POS, Logistik und Finanzwesen in einem System: ganz einfach Omnichannel verkaufen
  • Überblick über Bestände, Aufträge, Erfolge der einzelnen Vertriebskanäle und über Kennzahlen
  • Modulares System, das skalierbar ist und mitwächst, wenn das Business sich ändert

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All for One Steeb. Das SAP Haus.